Die in Chur aufgewachsene Tochter eines Rätoromanen und einer deutschsprachigen Bündnerin legt mit "Grischunit" ein außergewöhnliches Album vor: Rätoromanische Poesie gehüllt in ein Gewand aus Klängen, anzusiedeln irgendwo zwischen Pop und Folk. Curschellas hat sich für dieses Experiment eine vortreffliche Band zusammengestellt. So sorgen Marc Ribot, Peter Scherer, Shazhad Ismaily und Matt Johnson für den richtigen instrumentellen Sound zu ihrem emotionalen Gesang.
Corin
Curschellas- "Grischunit"
Die Rezensentin fühlte sich sogleich an die Musik der russischen Band Farlanders erinnert es ähneln sich hier sowohl die Gesangsstimmen als auch die für uns fremd klingende Sprache. Ohne die Übersetzung ins Englische stünde der Hörer zwar auf verlorenem Posten (das Booklet bietet das zum Glück), aber diese Sprache klingt einfach wunderschön! Die rätoromanischen Texte (Romansch) und die Musik ein Teil des Materials stammt von Curschellas selbst werden schwungvoll und traurig-schön zugleich zum Klingen gebracht.
"Grischunit" eröffnet uns eine neue Welt, einen Klangkosmos abseits des Gewohnten. Ein Qualitätsalbum mit herausragendem Gesang, genial und einfühlsam begleitet. "Grischunit" ist bereits jetzt Anwärter der Rezensentin für das "Album des Jahres 2009" (obwohl offiziell bereits Ende 2008 erschienen). Und es ist doch eher "Pop", wenn auch die Kiste "Ethno" in diesem Zusammenhang natürlich immer passt…
Carina Prange
CD: Corin Curschellas- "Grischunit" (Traumton CD 912282)
Corin Curschellas im Internet: www.corin.ch
Traumton Records im Internet: www.traumton.de
Cover: Knut Schötteldreier