Kora Jazz Trio
Gerade jetzt, wo es langsam kühler wird, kann man mit diesen Klängen noch ein wenig dem Sommer nachhängen. Die drei afrikanischen Virtuosen entführen mit ihrer traditionell eingefärbten Musik in die sonnigen Gefilde ihres Kontinents, aber sie zeigen auch, dass sie sich genauso gekonnt auf dem Gebiet des Jazz bewegen können. Musikalischen Grenzen sind sie scheinbar nicht unterworfen...
Kora
Jazz Trio
Mit "Tabou" hebt die CD gleich mit einem sehr schwungvollen Stück ab, in dem Abdoulaye Diabaté am Piano eine dominierende Jazzrichtung angibt. Moussa Cissoko zaubert dazu mit seiner Percussion den vibrierenden Rhythmus Afrikas herbei. Beide steigern sich gegenseitig, wechseln einander geschickt in der Rolle des im Vordergrund agierenden Leadinstrumentalisten ab.
Elementar für die Musik auf dieser Platte ist Djeli M. Diawaras Spiel auf der afrikanischen Harfe, der Kora, das in "Tabou" in Form eines kleinen begleiteten Solos kurz im Rampenlich steht. Immer wieder gelingt es Diawara, die beiden anderen symbiontisch zur Kora verwobenen Instrumente auch musikalisch miteinander zu verbinden, wie gleich im zweiten Track "N'Dyaba" zu hören ist. Mal vernimmt man schnelle Harfentöne, dann wieder Melodien, die eher an eine spanische Gitarre erinnern.
Dem Kora Jazz Trio ist hier ein sehr eigenständiges, interessantes Werk gelungen. Dies ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte, schöne CD mit lockeren, leicht und schwebend anmutenden Stücken.
Ulrike Kreß
CD: "Kora Jazz Trio" (Malagueta Music 67048.2)
Malagueta Music im Internet: www.malagueta-music.com
Cover: Pierrette Liscia, Antoine Castro