Ob Led Zeppelin unter Jazzern eine große Popularität haben, ist schwer zu sagen. Jedenfalls hat der schwedische Schlagwerker Peter Danemo, Jahrgang 1963, ein großer Fan der britischen Hardrocker, sodass er nun ein Projekt zusammengestellt hat, mit dem er diverse Led Zeppelin-Klassiker in Richtung Jazz umarrangiert hat.
Led
- "The Ocean"
Mit von der Partie sind hier Nils Janson an der Trompete, Thomas Backman am Saxophon, Mats Äleklint an der Posaune, Alberto Pinton am Baritonsaxophon und Per-Åke Holmlander an der Tuba. Sie spielen die Songs von Page/Plant nicht einfach nur so nach, sondern benutzen Motive und Melodien für komplexe Improvisationen.
Einige Stücke mit ihren sehr eingängigen Riffs wie "Dazed and Confused" oder "Misty Mountain Hop" wirken richtig funky, so wie Led sie spielen, doch andere, eher folklorehaften Balladen von Led Zeppelin sind kaum wieder zu erkennen. Das vordergründig Druckvolle von Led Zeppelin wird auf diesem Coveralbum oder muss man Tributealbum sagen? in einen komplexen, modernen Big-Band-Sound übertragen, was den Songs gut steht, obwohl dieser Musik dadurch eine Komplexität verleiht, die ihr im Original abgeht.
Deshalb ist "The Ocean" sicher weniger ein Album für Fans von Hard Rock, sondern eher für Fans von modernem Jazz. Sogar "Kashmir", dieser deutlich gealterte Song aus der Spätphase von Led Zeppelin, entwickelt auf "The Ocean" ungeahnte Qualitäten.
Michael Freerix
CD: Led - "The Ocean" (Kopasetic Productions KOPACD 038)
Led im Internet: www.danemo.com
Kopasetic Productions im Internet: www.kopasetic.se
Cover: Pontus Dahlström