Als Bassist steht man ja bekanntermassen stets im Schatten seiner Bandkollegen. Abhilfe: man spielt beim Konzert ein möglichst aussagekräftiges Solo. Oder: man spielt gleich ein ganzes Soloalbum ein - auf dem man dann zeigt, daß man auch mit allen anderen Instrumenten umgehen kann. Daß es auch einen konsequenteren Weg geben kann, zeigt Steve Lawson mit seinem - wörtlich zu verstehenden! - Solo-Bass-Album.
Steve
Lawson - "and nothing but the bass"
Die CD "and nothing but the bass" stellt eine Dokumentation von Lawsons Livetätigkeit als Solist während des ersten Halbjahres 2000 in London dar. Bis auf ein Stück - "Bittersweet", bei dem der Pianist und Koproduzent Jez Carr im Studio ein paar Töne beisteuert - wurde alles live vor Publikum und ohne Overdubs aufgenommen. Dies geschieht in ruhiger, fast kammermusikalischer Athmosphäre - Kraftmeierei à la Stuart Hamm wird man hier vergebens suchen.
Im Grunde handelt es sich um "verkappte" Duo-Stücke - mit Hilfe seines Loopsamplers (Lexicon JamMan) spielt Lawson mit sich selbst Duett, um sich herum, legt getappte Akkordgrundlagen unter zum Teil durch Verzerrer gepresste Basssoli. Schön, daß der Ansatz auch auf dem 6-string Bass nicht ins Gitarristische abkippt. Einige Verspieler wurden, genau wie der Publikumsapplaus, in den Aufnahmen belassen - hier und da hätte aber gekürzt werden können.
Beim letzten Stück "Pillow Mountain" zeigt Lawson, dass sich mit etwas Elektronik auch sehr "unbassige" Sounds erzeugen lassen - hier liegt ein wunderbar melancholisches Fretless-Solo über einer an Brian Eno gemahnenden Grundstimmung. Schön.
Frank Bongers
CD: Steve Lawson - "and nothing but the bass"
(Pillow Mountain Records pmr 0011)
Steve Lawson im Internet: www.steve-lawson.co.uk
Pillow Mountain im Internet: www.pillowmountainrecords.co.uk
Cover: Edward Eldon
mehr bei Jazzdimensions:
Steve Lawson/Jez Carr - "Conversations"
- Reviev (erschienen: 21.9.2002)