Gene Lake - "Cycles"
Als Sohn eines berühmten Musikers ist es immer etwas schwerer, sich eine eigene Position im großen, weiten Feld des Businesses zu erarbeiten. Gene Lake hat es geschafft: Seine eigene Richtung hat er gefunden, und sein Vater Oliver Lake ist zusätzlich auch noch als Gast-Solist bei einem Stück mit von der Partie.
Gene
Lake - "Cycles"
Dasselbe - der Gaststatus - gilt auch für David Fiuczynski (g), Federico Gonzales Pena (keys) und Bryant Mc Neil (g). Mit ersterem teilt Gene Lake ebenfalls die Band: "Screaming Headless Torsos". Vor allem aber präsentiert das Album Gene Lake in Reinform: als Mulitinstrumentalisten - und natürlich als Ausnahmeschlagzeuger.
Das gesamte Material ist von Lake selbst geschrieben, bei drei Stücken ist er solo zu hören - und spielt alle Instrumente persönlich! Ist mal ein weiterer Musiker bei einem Stück dabei - nur bei "Grace Under Pressure" sind es zwei -, dann bezeichnet der Meister sich lapidar als zuständig für "all other instruments". Eine ungewöhnliche Art, Musik zu machen. - Und was für Musik? Auf "Cycles" ist in erster Linie Funk zu hören, in zweiter Linie Fusion-Jazz - der Einfluß von "Weather Report" läßt sich erkennen - in dritter Linie schließlich ist es einfach "energievolle" Musik, die lebt, sich austobt, aber zwischendurch ruhigen, ausgewogenen Parts nicht abgeneigt ist.
Schubladendenken ist hier fehl am Platze - Gene Lake ist ein klasse Schlagzeuger, ein guter Komponist - und: seine Platte hat einen Drive, von dem viele andere nur träumen können!
Carina Prange
CD: Gene Lake - "Cycles" (Passin` Thru 41214)
Passin` Thru im Internet: www.passinthru.org/
Cover:Studio 1 Design
Jazzdimensions: Interview mit David Fiuczynski