"Das Rote Gras", das ist ein ungewöhnlicher Name für eine Jazzband. Allerdings existiert ein Roman des Jazzfans und Trompeters Boris Vian mit gleichem Titel, und so ergibt alles einen Sinn.
Das
Rote Gras - "Zipotam"
Vielleicht kann man die acht Stücke auf "Zipotam" sogar "literarisch", sprich erzählerisch nennen? Das absurd-komische des Vianschen Schreibens ist sicher auch der Geist, aus dem Das Rote Gras heraus musiziert.
Hinter dem pointierten Musizieren von "Zipotam" steckt der Gitarrist Karsten Hochapfel. Dem ist seine klassische Ausbildung anzuhören, was sich auf diesem Album in zwei Bearbeitungen von J. S. Bach widerspiegelt. Es geht also nicht um das freie Spiel, sondern um sorgfältig und akkurat geschriebene und arrangierte Stücke, die von einem adäquaten siebenköpfigen Ensemble mit Flöte, Saxophon, Posaune und Trompete gespielt werden.
Dem entsprechen findet sich auf "Zipotam" Jazz zwischen Bossa-Nova und Bach, fein ausgearbeitet, melodiös, gut gemacht. Im Grunde zeitlos, was Das Rote Gras da spielt oder wäre "zeitgeistfrei" der bessere Begriff?
Michael Freerix
CD: Das Rote Gras - "Zipotam" (Meta Records META 051)
Das Rote Gras im Internet: www.dasrotegras.de
Meta Records im Internet: www.metarecords.de
Cover: Ella Limbrunner/Laska.com