Das Cover weckt so manche Assoziation an den vor 20 Jahren verstorbenen Andy Warhol. Zufall? Warhol hat nicht zuletzt die Reproduktion des Alltäglichen zum Kunstprinzip erhoben. Provokativ sprach er Kaufhäusern Museumscharakter zu.
Lovedale
feat. Cuong Vu - "Grill Music"
Das dänischen Quartett Lovedale um den Saxofonisten Jesper Løvdal und den Pianisten Jakob Anderskov hat nichts mit reproduzierbar Gängigem, leicht Verwert- und Konsumierbarem zu tun. Auf ihrer zweiten CD "Grill Music" wird man in eine Welt kreativer Lebendigkeit mitgenommen. Man ist aufgefordert, wach am musikalischen Geschehen teilzunehmen. Und da spielt sich viel ab. Denn eine pulsierende Musik erwartetet einen, die reich an exzellentem Zusammenspiel ist, hervorragende Soli und abwechslungsreiche, interessant texturierte Kompositionen mit vielen dynamischen Variationen bietet.
Lovedale wissen um den Free Jazz und Post Free Jazz. Sie pendeln zwischen genau strukturierten und freien Abläufen. Die vier jungen Dänen haben jede Menge Lust am Spiel. Kein Wunder, dass "Grill Music" 2007 zum Album des Jahres in Dänemark gekürt wurde.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem wunderbaren Schlagzeuger Anders Mogensen widmen. Mehr als nur Gastmusiker bei den Skandinaviern ist der aus dem Umkreis der New Yorker "Knitting Factory" stammende Trompeter Cuong Vu. Er ist integraler Bestandteil des Projekts, fügt sich völlig in das Bandgeschehen ein und steuert dem Ganzen eine ganz eigene Qualität bei. Auch ohne Elektronik. Ein packendes Album.
Herbert Federsel
CD: Lovedale feat. Cuong Vu - "Grill Music"
(Milan Records 399 078-2)
Jesper Løvdal im Internet: www.jesperloevdal.dk
Milan Records im Internet: www.milanrecords.com
Cover: n.n.