Er komponiert, tourt unermüdlich um den Globus, verfasst Lehrbücher, die zu den umfangreichsten für sein Instrument zählen und unterhält ganz nebenbei noch eigene Solo-Projekte: die Rede ist vom New Yorker Fusion-Vibraphonisten und Marimba-Spieler Arthur Lipner. Kürzlich erschien sein fünftes Album "Modern Vibe".
Arthur
Lipner - "Modern Vibe"
Lipners Kompositionen sind kraftvoll und schmissig. Über einen Teppich aus Orgel und E-Piano-Klängen, funkigen Basslinien und einfachen, klaren Beats, wirbelt er seine melodischen Improvisationsbögen. Dass das ganze ab und an klingt wie Radio-Überbrückungsmusik, die manche Kulturwelle 30 Sekunden vor den Nachrichten startet, ist ein Effekt des so genannten "Smooth Jazz", zu dessen Vertretern sich Arthur Lipner zählt.
Lipner hat jedoch mehr zu bieten als glattgebügelten Easy-Listening-Sound. Die immer wieder eingestreuten Bossa-Nova-Rhythmen beispielsweise rühren von der langjährigen Beschäftigung des Vibraphonisten mit brasilianischer Musik her.
Wer sich an die frühen Aufnahmen der "Jazzkantine" erinnern kann, auf denen Gunter Hampel die Klöppel zu massenkompatiblem Jazz-Fusion erhob, kann sich wohl am ehesten eine Vorstellung davon machen, in welche Richtung sich "Modern Vibe" bewegt. Ein Meilenstein klingt anders, eine solide produzierte, groovige Jazzplatte aber genau so.
Johannes Kloth
CD: Arthur Lipner - "Modern Vibe" (Jazzheads JH1144)
Arthur Lipner im Internet: www.arthurlipner.com
Jazzheads im Internet: www.jazzheads.com
Cover: Laurel Marx Design, NYC