Unbeeindruckt von den vielen Lobeshymnen auf ihre letzten beiden Alben, haben sich der portugiesische Bassist Carlos Bica, der Berliner Gitarrist Frank Möbus und der New Yorker Drummer Jim Black, alias Azul, erneut ins Studio begeben, um völlig unbefangen ihren neuesten Streich einzuspielen. Entsprechend frisch und entspannt, spaßig und groovig fühlt sich das Gehörte auf "Look what they´ve done to my song" auch an.
C.
Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
So erfrischend wie die Interpretation des Titel-Stücks, gemeint ist der 70er Jahre Hit der Hippie-Ikone Melanie, ist auch der Rest der Platte. Lyrisch-Melancholisches, was viele hierzulande mit Carlos Bica verbinden, gibt es in dieser Form nur am Ende. Auf seinen unvergleichlich schönen gestrichenen Bass muss man bis zu dem letzten Stück "Durme" warten.
Was nicht heißen soll, das "Durme" das einzige Highlight der CD darstellt davon gibt es noch einige andere. Nur, dass sich Carlos Bica hier auf angenehme Weise als Leader im Hintergrund hält und dadurch Frank Möbus viel Raum gibt, um sich seinen verschiedenen Lieblingsspielweisen hinzugeben, mal rockig, mal funky, mal einfach nur jazzig-experimentell. So, wie man ihn eben kennt und liebt. Jim Black klinkt sich fast unmerklich in dieses Kaleidoskop unterschiedlicher Stilrichtungen ein und hält sich ebenfalls im Hintergrund, das allerdings auf sehr eindrucksvolle Weise.
Und so bleibt als Fazit nur zu sagen: auch die dritte CD von Azul ist wieder einmal sehr gelungen, macht auf intelligente Weise großen Spaß und eignet sich hervorragend für lange Autofahrten entlang jeder beliebigen Straße des Mittelmeers.
Katja Duregger
CD: Carlos Bica
& Azul - "Look what they´ve done to my song"
(Enja Records ENJ-9458 2)
Carlos Bica im Internet: www.carlosbica.com
Enja Records im Internet: www.enjarecords.com
Cover: n.n.