Charles Gayle 3 - "Precious Soul"
Charles Gayle tritt in der Kleidung eines Clowns auf - es ist die Pantomimenfigur "Streets", die er bei seinen Auftritten porträtiert, und die entstanden ist, weil es ihn "langweilte, einfach nur zu spielen". - Gayles Free-Jazz-Stücke, bei denen der Saxophonist/Pianist mit dem Kontrabassisten Gerald Benson und dem Drummer Gerald Cleaver in Kontakt tritt, sind kantig und "schräg".
Charles
Gayle 3 - "Precious Soul"
Es sind Storys, Streitgespräche und gelegentlich auch ein freundlicher, lustiger "Umgang von Mensch zu Mensch", der aus den einzelnen Stücken zu sprechen scheint. Ein hervorragender Baßpart wird abgelöst von prägnantem Schlagzeuggewitter - danach folgt ein sich steigernder, exaltiert durcheinandergemischter Abschlußpart: so geschehen in dem Opener "Delight". - Will man einem zarten Pianointro Gayles lauschen, springe man einfach in den Anfang von "Oh God" und genieße das Lyrische des Klavierspiels in diesem Track.
"Precious Soul" ist ein Zeitdokument - die Aufnahmen entstanden im Berliner Podewil - während des "Total Music Meetings" im November 1997. Sie vermitteln die Intensität des freien Spiels - allein: den Live-Moment nachzuerleben ist leider nicht wirklich möglich.
Carina Prange
CD: Charles Gale - "Precious Soul" (FMP 113)
FMP im Internet: www.fmp-online.de